Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der Anzahl der Pflegebedürftigen zwischen 1999 und 2009 und der Art der Versorgung, so ist festzustellen:
• Insgesamt ist die Zahl der Pflegebedürftigen um 16 % (in absoluten Zahlen: 322.161) gestiegen.
• Die Zahl derer, die vollstationär in Pflegeheimen versorgt wurden, nahm dabei um 27 % (154.728) zu.
• Durch ambulante Dienste wurden 34 % (139.909) mehr Menschen versorgt.
• Dagegen nahm die Zahl der durch Angehörige Versorgten nur marginal um 4 % (37.973) zu.
Das letzte Ergebnis ist mit Blick auf die Zukunft entscheidend: In den kommenden Jahren werden immer weniger Menschen in der Familie bzw. im häuslichen Umfeld
durch Angehörige gepflegt werden. Das hat zum einen mit der größeren – meist beruflich bedingten – Mobilität zu tun, die dazu führt, dass Arbeitnehmer(innen) nicht mehr an dem Ort arbeiten und leben, wo ihre (Schwieger-)Eltern wohnen. Zum anderen liegt es daran, dass Frauen, die auch heute noch überwiegend ihre (Schwieger-)Eltern pflegen, beruflich immer stärker eingebunden werden und deshalb für die häusliche Pflege immer weniger zur Verfügung stehen. Dazu kommt, dass das „Generationenwohnen“, das die häusliche Pflege organisatorisch erleichtern würde, stark abnimmt.

wer pflegt